Die Jahresarbeitszahl setzt die im Jahr abgegebene Wärme ins Verhältnis zum dafür aufgewendeten Strom. Eine JAZ von 3,5 heißt: aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 Kilowattstunden Wärme. Sie ist ein Messwert aus dem echten Betrieb, nicht aus dem Prüfstand.
Genau darin unterscheidet sie sich vom COP, der nur einen einzelnen Betriebspunkt bei festgelegten Temperaturen beschreibt. Ein Gerät mit gutem COP kann eine enttäuschende JAZ haben, wenn Heizkurve, Speicher oder Heizflächen nicht passen. Wer eine Wärmepumpe nach dem COP auswählt, kauft ein Laborergebnis.
Was die JAZ nach oben oder unten zieht
- Die Vorlauftemperatur: jedes Grad weniger verbessert die Zahl spürbar
- Die Heizflächen: Fußbodenheizung arbeitet mit deutlich niedrigerem Vorlauf als alte Radiatoren
- Die Wärmequelle: Erdreich liefert im Winter stabilere Temperaturen als Außenluft
- Der Anteil des elektrischen Heizstabs, der jede Kilowattstunde Strom nur eins zu eins in Wärme wandelt
- Die Warmwasserbereitung, die ganzjährig hohe Temperaturen verlangt und die Zahl drückt
Eine JAZ lässt sich vor dem Einbau nur schätzen. Belastbar wird sie erst mit einem Wärmemengenzähler und einem vollen Heizjahr. Wer vorab eine exakte Zahl zusagt, sagt etwas zu, das er nicht wissen kann.
Verwandte Begriffe
- Vorlauftemperatur: Die Temperatur, mit der das Heizwasser zu den Heizflächen läuft. Sie entscheidet mehr über die Effizienz einer Wärmepumpe als das Gerät selbst.
- Eigenverbrauchsquote: Der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den Du auch selbst verbrauchst statt ihn einzuspeisen.
