Verschattung entsteht durch Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine, Antennen oder Dachgauben. Der entscheidende Punkt: Module in einem Strang sind in Reihe geschaltet, und der schwächste bestimmt den Strom. Ein einzelnes verschattetes Modul kann deshalb den ganzen Strang ausbremsen.
Moderne Module begrenzen den Schaden über Bypass-Dioden, die verschattete Zellgruppen überbrücken. Das rettet den Strang, kostet aber trotzdem die Leistung des betroffenen Modulteils. Faustwert: ein zu einem Drittel verschattetes Modul liefert deutlich weniger als zwei Drittel.
Was dagegen hilft
- Belegung so planen, dass regelmäßig verschattete Flächen frei bleiben
- Stränge nach Verschattungsmustern trennen statt nach Himmelsrichtung
- Wechselrichter mit mehreren MPP-Trackern, damit Stränge unabhängig arbeiten
- Leistungsoptimierer je Modul, wenn sich Schatten baulich nicht vermeiden lässt
Schatten wandert mit der Jahreszeit. Eine Begehung im Juni sagt wenig über Dezember, wenn die Sonne flach steht. Deshalb gehört der Sonnenstandsverlauf ins Aufmaß und nicht der Eindruck an einem Tag. Als Größenordnung: ein Schornstein mitten im Feld kostet je nach Höhe und Ausrichtung schnell 3 bis 8 Prozent des Jahresertrags der ganzen Anlage, nicht nur der betroffenen Module. Ein Baum, der in zehn Jahren zwei Meter höher steht, gehört in dieselbe Rechnung.
Verwandte Begriffe
- Strang (String): Eine Reihe hintereinander verschalteter Module. Ihre Aufteilung entscheidet über Verhalten bei Schatten und Ausrichtung.
- MPP-Tracker: Die Regelung im Wechselrichter, die laufend den ertragreichsten Betriebspunkt sucht. Mehrere davon helfen bei Schatten.
- Wechselrichter: Wandelt den Gleichstrom der Module in haushaltsüblichen Wechselstrom um und regelt, wie viel Leistung die Anlage abgibt.
