Der Autarkiegrad misst, welchen Anteil des Jahresverbrauchs die eigene Anlage deckt. Wir legen Anlagen bewusst auf einen hohen Wert aus und rechnen mit rund 42 Prozent ohne und rund 83 Prozent mit Speicher.
Auslegungsziel 81 bis 85 Prozent. Quelle: eigene Rechner-Annahmen, Stand September 2026
Diese Jahreszahl verdeckt allerdings ein starkes Gefälle über die Monate. Von Mai bis August liegt der Autarkiegrad mit Speicher regelmäßig über 90 Prozent, im Dezember und Januar oft unter 20. Wer nur den Jahreswert kennt, unterschätzt, wie viel Netzstrom im Winter trotzdem gebraucht wird, und das ist genau die Zeit, in der eine Wärmepumpe am meisten zieht.
Warum 100 Prozent nicht das Ziel sind
Der Autarkiegrad steigt nicht linear mit der Anlagengröße. Die ersten Prozent sind billig, die letzten sehr teuer: um im Dezember unabhängig zu sein, bräuchte es ein Vielfaches an Modulfläche und Speicher, das den Rest des Jahres ungenutzt bliebe. Jenseits von etwa 85 Prozent kostet jeder weitere Punkt mehr, als er einspart.
Ein hoher Autarkiegrad ist kein Selbstzweck. Wer ihn zum Ziel macht statt der Wirtschaftlichkeit, kauft am Ende Kapazität, die acht Monate im Jahr stillsteht. Und er sagt nichts über die Unabhängigkeit im Ernstfall: bei einem Netzausfall steht auch eine Anlage mit 85 Prozent Autarkie still, wenn sie keine Ersatzstromfunktion hat. Das eine ist eine Jahresbilanz, das andere eine Frage der Technik im Zählerschrank.
Verwandte Begriffe
- Eigenverbrauchsquote: Der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den Du auch selbst verbrauchst statt ihn einzuspeisen.
- Nutzbare Kapazität: Der Teil eines Stromspeichers, der tatsächlich geladen und entladen werden darf. Er liegt unter der aufgedruckten Bruttokapazität.
- Eigenverbrauch: Der selbst erzeugte Strom, den Du auch selbst nutzt. Die mit Abstand wertvollste Kilowattstunde der ganzen Anlage.
